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Kater-Frühstück = Fruchtsaft-Mix?

4. Januar 2020

Mit Ausblick auf die Karnevalszeit und die Liebe zum Feiern, schreibe ich heute mal über dessen Nachwehen …

Dein Schädel brummt, Dein Kreislauf fährt im Phantasialand Achterbahn und Dein Magen rebelliert vom feinsten – aber die Party war super!
Nach dem Alkoholrausch kommt – nicht nur in der Karnevalszeit – das Katzengejammer. „Verkatert“ heißt es so schön im Volksmund.

Katarrh nennt man übrigens eine Schleimhautentzündung. Und da die Beschwerden, die nach zu viel Alkoholgenuss auftauchen, denen eines Katarrhs ähneln, sagte man früher „Ich habe einen Katarrh“. Im Laufe der Zeit haben wir Menschen einfach das Wort Katarrh in „Kater“ umgewandelt.

Fakt ist, der Alkohol raubt Deinem Körper Wasser und Mineralstoffe. Dies rächt sich dann schließlich mit Unwohlsein und Kopfschmerzen. Und nun? Was hilft gegen den Kater?

Indische Forscher haben jetzt eine neue Untersuchung gestartet und Extrakte von Obst, Gemüse, Getreide und anderen Nahrungsmitteln auf ihre Fähigkeit untersucht, den Alkohol abzubauen. Anhand der Resultate ihrer Laborergebnisse entwickelten sie schließlich eine mögliche Rezeptur für ein Getränk welches die Katersymptome reduzieren soll. Der Zaubertrank soll aus dem Saft einiger Birnen und süßlichen Limetten in Kombination mit etwas Kokoswasser bestehen. Dies berichtete das Forscherteam im Fachblatt „Current Research in Food Science“.
Ist dieser Saft Mix tatsächlich wirksamer als die bisher verwendete Hausmittel ( Kaffe/Espresso mit Zitrone, Gemüsebrühe mit Honig…. o.ä.)?

„Die von uns zusammengestellte Fruchtsaftmixtur ist eine einfach zubereitete, preiswerte, effektive und geschmacklich akzeptable Alternative zu den derzeit verfügbaren Mitteln gegen den Kater“, schreiben die Wissenschaftler um Kriti Kumari Dubey vom Institute of Chemical Technology in Mumbai. „Wenn dazu noch Käse, Gurken und Tomaten verzehrt werden, würde das die Wirksamkeit gegen die Katersymptome noch steigern.“

Alkohol (Ethanol) wird in Deinem Körper zunächst durch das Enzym Alkohol-Dehydrogenase (ADH) zum toxischen Acetaldehyd oxidiert. Folglich entsteht daraus mit Hilfe des Enzyms Aldehyd-Dehydrogenase (ALDH) das unschädliche Acetat (Essigsäure), welches in Deinem Stoffwechselsystem weiter verwertet werden kann. Das Unwohlsein, was Du bei einem Kater verspürst, ließe sich laut der Wissenschaftler durch Wirkstoffe verringern, die den Anstieg der Acetaldehyd-Konzentration verhindern. Dazu müsste aber auch die Leistungsfähigkeit des Enzyms ALDH erhöht werden, ohne dass sich die ADH-Aktivität extrem erhöht.

Mit diesem Wissen testeten die Forscher in Reagenzglasversuchen, wie unterschiedliche Extrakte verschiedener Nahrungsmittel die beiden am Alkoholabbau beteiligten Enzymreaktionen beeinflussen. Dafür wurden 16 Obstarten (z.B. Trauben, Birnen, Limetten, Ananas, Äpfel und Wassermelonen), 9 Gemüsesorten (z.B. Gurken, Spinat, Möhren und Tomaten) sowie mehrere Getreidearten, Gewürzen und wenige Milchprodukten ausgewählt. Zusätzlich wurde auch der allzeit bewehrte Kaffee, Kakao, Tee, Kokoswasser und Vitamin C getestet. Die stärkste positive Wirkung auf das Enzym ALDH hatte tatsächlich der Birnensaft. Er steigerte die Enzymaktivität um 91%. Etwas schwächer war dieser Effekt bei Extrakten aus Gurken, Tomaten, süßlichen Limetten und beim Kokoswasser.

Für Deine Anti-Kater-Rezeptur entwickelten die Forscher erstmalig ein Mischgetränk aus dem Saft der süßlichen Limetten, Birnen, Gurken, Tomaten und Kokoswasser.
Es fanden sich schnell Freiwillige die diesen Mix probieren wollten und beurteilten den Neuen Anti-Kater Mix sehr negativ. Als akzeptabler bei hoher Wirksamkeit erwies sich schließlich ein Getränk aus 65% Birnensaft, 25% Limettensaft und 10% Kokoswasser. Diese Mischung verstärkte die ALDH-Aktivität im Labortest um stolze 70 % und die ADH-Aktivität um 23%.

Aus den Ergebnissen wurde auch die Erkenntnis gefiltert, dass der untersuchte Effekt der getesteten Extrakte rein gar nichts mit ihrer Wirkung als „Antioxidans“ zu tun hat.
Dies widerspricht jedoch der häufig geäußerten Annahme, dass Antioxidantien gegen einen Kater helfen.
Somit kam also ans Tageslicht, dass weder Vitamin C noch Kaffee, so die Forscher, geeignete Mittel gegen einen Kater seien.

Ich würde sagen: Probieren geht über studieren!

Bevor Du also in Dein Karnevalskostüm springst und alles für die Feier vorbereitest, besorge Dir Limetten-, Birnensaft und Kokoswasser und mische Dir anhand der eingangs genannten prozentualen  Anteile Deinen Anti-Kater-Saft. Nach der Feier nimmst du 2-5 große Schlucke und wartest ab was passiert.

Ich bin gespannt wie Du Dich fühlen wirst und freue mich jetzt schon auf Dein Feedback  🙂

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