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Biomechanische Analyse – Neumodischer Trend oder Sinnvoll?

3. November 2019

MRT, Röntgen, Ultraschall, CT – dies sind gängige diagnostische Mittel um einzelne anatomische Strukturen auf ihre Qualität zu prüfen und eine fundierte Aussage darüber treffen zu können, ob der Knochen gebrochen, der Meniskus verletzt oder Bandstrukturen gerissen sind. Aber was wenn strukturell keine Schäden aufzuweisen sind?

Die Biomechanik untersucht die Form, die Funktion und den bedeutenden Zusammenhang von Bewegungsabläufen sowie die mechanisch einwirkenden Kräfte, die zum Beispiel auf Deinen Sporttreibenden Bewegungsapparate treffen. Dies ist in meinen Augen bei langsam eingeschlichenen Schmerzen oder Verletzungen, die immer wieder mal auftreten oder die sich vielleicht schon chronifiziert haben, von großer Bedeutung. Dein Körper ist komplexer als dass Du ausschließlich von „kaputt“ oder „ganz“ sprechen kannst.

Denn sollten nur kleinste Muskelgruppen nicht auf die Sekunde genau miteinander agieren und funktionieren, werden Gelenke, Knorpel und Muskelsehnen nicht adäquat belastet. Es schleichen sich Kompensationsmuster ein, die auf lange Zeit zu Beschwerden führen können.

Hilft Dir dabei eine statische Diagnostik? – Nein

Ein Beispiel hierfür ist ein vorkommender Achillessehnenriss oder eine Achillessehnenreizung. Hattest Du schon mal eine Achillessehnenreizung? Wenn nicht, dann bestimmt schon mal Schmerzen anderer Sehnenstrukturen. Sehnen, und vor allem die Achillessehne, sind sehr stark und belastbar. Strapazierst Du diese Sehnen nicht im vorgesehenen Faserverlauf, kommt es zu immer wiederkehrenden Überbelastungen und Mikrorissen, die letztlich durch eine falsche Belastungstechnik und reduzierter Bewegungsqualität zu Verletzungen führen können. Aber nicht nur Schmerz ist ein folgendes Resultat, auch Deine Leistung nimmt rapide ab wenn Deine Bewegungsqualität nicht stimmt; – Biomechanik!

Ganz klar – Dein Körper ist anpassungsfähig. Demnach ist Dein Körper dazu im Stande abweichende/ kompensatorische Bewegungsmuster zu tolerieren. Aber es gibt Grenzen der Anpassungsfähigkeit. Das kennst Du sicherlich aus deinem Arbeitsumfeld. Mit einem gewissen Stresslevel kannst Du gut hantieren. Es ist sogar gesund und Du bist dafür gemacht die auf Dich ausgeübten Belastungen aufzufangen und Dich anzupassen. Kippt jedoch das Verhältnis der akuten und chronischen Belastungen, fällt es Dir schwer diese Stresskomponenten zu tolerieren. Du wirst schwach und die Belastungsgrenze sinkt. Und so geschieht es auch mit Biomechanischen Stress. Kommt Dein Körper zu einem Punkt wo er sich nicht mehr anpassen kann, verletzt Du dich und das Gesamtrisiko von Verletzungen steigt.

Dann hilft nur noch eines: PAUSE! – Aber was dann?

Nach der Pause, die übrigens sehr davon abhängt wie schnell Du regenerierst und wie lange Du Dich schon im Stressmodus belastet hast, folgt der Aufbau. Aber wie kannst Du ergonomisch und effizient den Belastungsaufbau vornehmen, ohne zu wissen wo Du gerade stehst, welches Bewegungsmuster Du nach der Pause eingenommen hast, und wo die Belastungsgrenze jetzt liegt?

JETZT KOMMT DIE BIOMECHANISCHE DIAGNOSTIK ZUM EINSATZ!

Mit Hilfe einer funktionellen Bewegungsanalyse, einer speziellen Kraftdiagnostik, erweiternder grundlegenden Messungen zur individuellen Körperstatik und Deiner Muskelfunktion, kannst Du eine hilfreiche Erkenntnis vom Zustand Deines Bewegungsapparates erlangen.

Hier ein für Dich vielleicht das ein oder andere bekannte Beispiel:

  1. Ein Läufer hat 6 Monate lang Knieschmerzen. Er hat sich die Zeit genommen Übungen zu machen und langsam versucht das Laufen wieder aufzubauen. Mit Schrecken fällt Ihm auf, dass das Knie noch immer schmerzt. Er bastelt an seiner Schrittlänge und erhöht seine Schrittfrequenz. Denn er weiß, dies kann die Belastung des Knies um 10-15% beeinflussen. Aber aus irgendeinem Grund hilft es nicht 2 km schmerzfrei zu laufen. Nach biomechanischen Untersuchungen zeigen sich weitere inadäquate Laufmuster, die er Schritt für Schritt anpasst. Nach 3 Monaten “läuft” es wieder und der nächste Wettkampf kann kommen!
  2. Ein Patient hat Rückenschmerzen. Es wird nicht schlimmer, es wird nicht besser, aber die Schmerzen bleiben. Die Beschwerden sind nicht bedrohlich aber er hat es einfach satt den Rücken ständig zu spüren. Der Schmerz scheint Bewegungsabhängig zu sein: beim in die Hocke gehen, beim sich vorbeugen oder beim heben von Gegenständen tut es stets weh. Nach einer biomechanischen Untersuchung zeigt sich, dass verschiedene Muskelgruppen nicht so aktiviert werden wie es sein sollte, und auch die Kraft ist deutlich unterhalb der Normwerte. Die Wirbelsäule wird also laut biomechanischer Diagnostik nicht wirkungsvoll gestützt. Jetzt kann ein Plan aufgestellt werden zum beschwerdefreien Rücken!

Es gibt keine „richtige“ Art und Weise sich zu bewegen, es gibt eine „individuelle“ Art und Weise biomechanisch korrekt zu funktionieren!

Bei Fragen, Tipps oder anderen Interessen, melde Dich einfach bei mir!

Deine Rebecca

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