Bewusst leben

Achtsamkeit

8. September 2019

Jeden Tag aufs Neue strömen verschiedenste Informationen auf dich ein. Diese Informationen werden durch deine fünf verschiedenen Sinne wahrgenommen.
Der Hörsinn ist von allen fünf Sinnen der differenzierteste Sinn. Er ist zum Beispiel feinfühliger, genauer und auch leistungsfähiger als das Auge.

Worte wiederum werden deutlich schneller verarbeitet als Bilder. In derselben Zeit, in der ein Bild von deinem Gehirn verarbeitet werden kann, können circa 6-8 Worte deines Gegenübers verarbeitet werden. Hier kommt erschwerend hinzu, dass dein Gehör direkt mit deinen Stimmungen verbunden ist. Die Worte die Du also hörst kommen nie subjektiv in deinem Kopf an, und sind immer emotional gefärbt.
Ein Musikstück kann uns somit zu Tränen rühren, sanfte Stimmen beruhigend wirken und Worte deines Gegenübers können unterschiedlich gemeint sein, je nachdem welchen klang diese Worte tragen.

Der Geruchssinn kann ebenfalls die visuellen Reize färben. Düfte wecken Erinnerungen, lösen Assoziationen aus, verursachen Wohlgefühl oder Ekel, Abscheu oder Verlangen. Durch die enge Verbindung zum limbischen System (Zentrum für Emotionen und Gedächtnis) kommt es zu einer starken Vermischung von Geruchsinformationen mit Emotionen und gekoppelten Erinnerungen. Deshalb können verschiedene Entscheidungsprozesse direkt und ohne Beteiligung deines Bewusstseins durch Gerüche stark beeinflusst werden.
Und genauso steht es auch um den Geschmackssinn.

Zusammengefasst besteht dein Leben also aus gefärbten Wahrnehmungen.
Deine Aufmerksamkeit ist selektiv. Du wählst von den angebotenen Informationen, die Du durch verschiedenste Sinne empfangen hast den Teil aus, der dir wichtig erscheint – blendest die übrigen Informationen aus.

In bestimmten Situationen beschränkst Du deine Filter absichtlich – beispielsweise wenn Du dich Konzentrieren möchtest. Um diesen Artikel aufmerksam lesen zu können, musst Du Geräusche gedanklich ausblenden können. Ausblenden und Filtern sind wichtige Eigenschaften für dein Gehirn damit es nicht überbeansprucht wird. Es ist wichtig für dich auch mal im Hier und Jetzt zu sein, ohne dass 20 andere Reize dich in der Vergangenheit festhalten oder in die Zukunft zerren.
Achtsamkeit kann dabei helfen dein Leben einfach mal so anzunehmen wie es ist. Ohne die Färbungen der sozialen Medien, der Meinung anderer und deiner aktuellen Gefühlslage. Achtsamkeit hilft dabei Mitgefühl mit dir selber und anderen zu entwickeln und gibt dir den Raum bewusste Entscheidungen zu treffen. Sie gibt dir die Möglichkeit mit den Gegebenheiten die das Leben dir bietet selbstfürsorglich umzugehen und Freiheiten zu behalten oder zu erlangen.

Achtsamkeit bedeutet, sich dem unmittelbaren Augenblick mit einer nicht wertenden annehmenden Haltung zuzuwenden – dem, was wir gerade tun, ohne in Grübeleien, Erinnerungen oder Zukunftsplänen gefangen zu sein. Man ist einverstanden mit dem, was gerade ist – unabhängig davon, ob eine Situation gerade angenehm oder unangenehm ist.
Jon Kabat – Zinn

Achtsamkeit muss aktiv geübt werden. Gerade in unserer heutigen schnelllebigen und Multi-Tasking-Effizienten Welt. Aber wie trainierst du Achtsamkeit? Es gibt verschiedenste Möglichkeiten. Yoga, Meditation, Konzentrationsübungen …
Die Basis aller Achtsamkeitsübungen ist die annehmende, konzentrierte Haltung, in der du ein Training durchführen solltest. Mit dieser Haltung ist es möglich, Gedankenmuster oder „automatische“ Reiz-Reaktionsmuster zu identifizieren. Zum Beispiel: unachtsame vs. achtsame Alltagsroutine:

Warst du auf dem Weg zur Arbeit heute Morgen achtsam? – oder haben sich während der Fahrt Gedanken über die Termine und Ereignisse des erwarteten und vergangenen Tages breitgemacht? Ist Dir in dem Moment noch bewusst, ob es rote Ampeln auf Deinem Weg gab oder welche Menschen mit Dir in der Bahn saßen? sind Dir in Bezug auf andere Verkehrsteilnehmer Bewertungen verbal oder nonverbal in den Sinn gekommen, die unangenehme Emotionen bei Dir ausgelöst haben und somit Deinen eigenen Fahrstil, Körperhaltung und Atmung verändert haben?

Nutze die morgige Fahrt zur Arbeit um dich in informeller Achtsamkeit zu üben. Versuche bewusst wahrzunehmen, ob und wann Du mit deinen Gedanken in den Autopilotenmodus schaltest. Konzentriere dich immer wieder auf deinen Arbeitsweg im Hier und Jetzt. Nutze ruhig Deine Atmung als Anker.

Fällt es dir schwer und Hast du Schwierigkeiten den Fokus in das Hier und Jetzt und lenken, versuche es gerne mal mit Yoga-Vidya.

Dies könnte Dir auch gefallen

Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar